TECHTIDE 2019, 03. - 04. Dezember
Startseite>Pressemitteilungen>Pressemitteilung
Digitale Orte Niedersachsen

Zwanzig Digitale Orte aus Niedersachsen auf der TECHTIDE in Hannover

Probewohnen im total vernetzten Haus, Medienkompetenz für Lehrer, das digitale Sozialgericht und Frühwarnung bei Hochwasser: Dies sind nur einige Beispiele von mehr als zwanzig IT-Lösungen der "Digitalen Orte", die sich am 4. Dezember auf der neuen Digitalkonferenz TECHTIDE auf dem Messegelände in Hannover präsentieren.

12.11.2019
techtide_12.11.19_First Spirit

  • Neue Digitalkonferenz zeigt herausragende Beispiele, wie sich Niedersachsen digitalisiert

Hannover. Probewohnen im total vernetzten Haus, Medienkompetenz für Lehrer, das digitale Sozialgericht und Frühwarnung bei Hochwasser: Dies sind nur einige Beispiele von mehr als zwanzig IT-Lösungen der "Digitalen Orte", die sich am 4. Dezember auf der neuen Digitalkonferenz TECHTIDE auf dem Messegelände in Hannover präsentieren. Mit der Auszeichnung "Digitaler Ort" prämiert das Niedersächsische Wirtschafts- und Digitalisierungsministerium Unternehmen und Einrichtungen, die sich durch ihr Engagement besonders für das Gelingen der Digitalisierung in Niedersachsen verdient machen.

Probewohnen im total vernetzten Haus

Im Smart Huus Natelberg in Rhauderfehn kann man digitale Vernetzung "live" durch Probewohnen erleben. Auf zwei Etagen und mehr als 130 Quadratmetern bietet das Haus eine umfassende Erlebnis- und Beratungsplattform zu den Themen intelligent vernetztes Wohnen, smarter Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz. Weite Teile der Hausautomation wie Licht, Klima, Wellness, Jalousien, Entertainment und Sicherheit sind ganzheitlich miteinander vernetzt. TV, Heizung und Co. kommunizieren miteinander über ein im gesamten Haus verlegtes KNX-System. Einmalig in Deutschland: Im Smart Huus kann man smarte Lösungen für die eigenen vier Wände nicht nur besichtigen, sondern auch durch Probewohnen live erleben.

Hybrides Klassenzimmer vereint Kreide- und Digitalzeitalter

Das Digitalkonzept der kirchlichen Thomas-Morus-Oberschule in Osnabrück wird auch als "hybrides Klassenzimmer" bezeichnet, das Kreide- und Digitalzeitalter vereint. Die Schule ist mit einer technischen Ausstattung versehen, die es Lehrer*innen und Schüler*innen zu jedem Zeitpunkt ermöglicht, ohne größere technische Hürden digital wie analog arbeiten zu können. Ziel ist es, die inhaltlich kompetenzorientierte Auseinandersetzung in den "digitalen Fokus" zu nehmen und dabei nicht mehr von technischen Schwierigkeiten ausgebremst zu werden. Jeder Lehrer*in findet in jedem Unterrichtsraum verlässlich gleiche Arbeitsbedingungen vor und die Kollaboration mit den Schüler*innen gelingt.

Digitalisierte Fertigungsprozesse in der Tischlerei

Die Tischlerei Dein Freund aus Wedemark arbeitet bereits seit der Gründung vor 20 Jahren an digitalen Prozessen und optimiert fortwährend bestehende Arbeitsprozesse. So hat das Unternehmen unter anderem eigene Apps entwickelt, die in den digitalisierten Fertigungsprozess integriert werden. Die Fertigung von Kundenaufträgen kann so von den jeweils beteiligten Mitarbeitern auf digitalen Plattformen eingesehen werden. Damit wird der Arbeitsalltag erleichtert, was letztendlich auch die Motivation und die Fachkräftegewinnung fördert. Zur TECHTIDE bringt die Tischlerei ein digital gefertigtes Rednerpult mit.

Creative Hub für digitales CoWorking

Der TRAFO Hub, ansässig in einer denkmalgeschützten Maschinenbauhalle im Herzen Braunschweigs, bietet offene, moderne Arbeitsplätze und Community Spaces für junge Füchse und alte Hasen, die gemeinsam mit Stadt und Region, der Wirtschaft und der Wissenschaft die digitalisierte Welt von morgen gestalten. Geleitet vom Ziel, den digitalen Wandel möglichst vielen Menschen barrierefrei zugänglich zu machen, sind bereits im Gründungsjahr mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger im TRAFO Hub mit der Digitalisierung hautnah in Berührung gekommen.

Medienkompetenz für Lehrer

Die Berufsbildenden Schulen Bersenbrück waren im Rahmen ihres Medienkonzepts auf der Suche nach Möglichkeiten, um die Lehrkräfte für die Digitalisierung der Schule fortzubilden. Diese sollten passgenau, beliebig skalierbar und flexibel in Zeit und thematischer Tiefe anpassbar sein. Mit dem Ansatz eines "Schneeballsystems" als Fortbildungskonzept ist eine Verknüpfung von erster und dritter Phase der Lehrerausbildung entstanden. Die Qualität besteht in der gegenseitigen Weitergabe von Fachwissen und der Weiterentwicklung digitaler Medienkompetenz auf verschiedenen Ebenen. Im Mittelpunkt des Konzeptes steht die passgenaue Schulung der Lehrkräfte durch Studierende, um die Medienkompetenz des gesamten Kollegiums nachhaltig und anwendungsbezogen zu fördern und zu stärken.

Baustellencard für lückenlose Zutrittskontrolle

Zu den Herausforderungen für Bauunternehmen gehört auch die ständige Kontrolle der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, insbesondere in Bezug auf den Mindestlohn aller Arbeitnehmer und die Vermeidung von Schwarzarbeit. Die praxisnah entwickelte Baustellencard von Conova24 aus Hannover ermöglicht mit ihrer einfach zu bedienenden Software eine nahezu lückenlose Zutrittskontrolle, die das Sicherheitskonzept jeder Baustelle sinnvoll ergänzt. Darüber hinaus hält das System nützliche Informationen über das Baustellenpersonal (z. B. Ersthelfer, Kranfahrer etc.) parat. Mit der Baustellencard werden analoge Prozesse digitalisiert. Mit geringerem Zeit- und Arbeitseinsatz werden Informationen erfasst, verarbeitet und bereitgestellt, deren Sammlung zuvor einen erheblichen Mehraufwand erfordert hätte.

Elektronische Aktenführung statt Papierberge in den Gerichtsfluren

Im Rahmen eines Pilotprojekts des Programms eJuNi (elektronische Justiz Niedersachsen) arbeiten Mitarbeiter des Sozialgerichts Stade gemeinsam mit dem Niedersächsischen Justizministerium an den Rahmenbedingungen, um die Verfahrensabläufe eines Gerichts vollständig elektronisch abzubilden. Alle eingehende Post wird eingescannt, die Arbeitsplätze im Gericht mit Notebooks und Touchscreens ausgestattet, und schnelles WLAN sorgt für ungehinderten Datenzugriff auch außerhalb des Büros. Auch im Sitzungssaal des Sozialgerichts hat das elektronische Zeitalter Einzug gehalten. Die Richter können in der Gerichtsverhandlung auf den eingescannten Akteninhalt elektronisch zugreifen. Und sie können im Sitzungsaal mit abwesenden Beteiligten mittels Videokonferenz (Skype) kommunizieren.

Warenverfolgung in Echtzeit

Hellmann Worldwide Logistics aus Osnabrück wurde für sein Produkt "Smart Visibility" ausgezeichnet – ein Trackingsystem für Waren, das es Nutzern ermöglicht, den genauen Standort, Zustand und die Sicherheit ihrer Sendung in Echtzeit überall auf der Welt zu bestimmen. Dabei wird der zu transportierenden Ware ein kleiner Sender beigelegt, der mit dem "Smart Visibility"-Server verbunden ist. Über die Website hat der Kunde die Möglichkeit, seine Sendung entlang der gesamten logistischen Lieferkennte zu verfolgen – weltweit und in Echtzeit. Neben Informationen zur aktuellen Sendungsposition liefert das System Details zur Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Erschütterung, Lichteinfall, Türöffnungen und Abweichungen vom Zeitplan.

Weiterbildung 4.0 von Mitarbeitern für Mitarbeiter

Arconic Fastening Systems aus Hildesheim hat ein Weiterbildungsprogramm entwickelt, um die Belegschaft auf dem Weg zur Digitalisierung mitzunehmen. Der Grundgedanke dabei: von anderen lernen und eigene Erfahrungen mit anderen teilen, um die Herausforderungen des demografischen Wandels und der sich verändernden Arbeitswelt positiv zu gestalten. Durch ein unabhängiges Auswahlverfahren wurden fünf interne Mitarbeiter zu "Industrie 4.0 Trainern" ausgebildet, die nun wiederum die Belegschaft schulen – zum Beispiel im Umgang mit kollaborierenden Robotern. Das Ziel ist eine möglichst effiziente, professionelle Weiterbildung der Belegschaft in der Automatisierung von Prozessen in allen Bereichen der Fertigung, aber auch in administrativen Bereichen – und zwar unabhängig von Bildungsstand, Geschlecht, Alter und sozialem Hintergrund.

Frühzeitige Vorwarnung bei Hochwasser dank künstlicher Intelligenz

Die silverLabs der TU Clausthal aus Goslar setzen auf den Transfer von Digitalisierungs-Know-how zwischen Hochschule, Wirtschaft und Verwaltungen. Auf der TECHTIDE zeigen sie unter anderem ein KI-basiertes Hochwasserfrühwarnsystem, dessen Prototyp im Digitalisierungslabor entwickelt wurde. Die Idee dazu entstand aufgrund des verheerenden Hochwassers 2017 in Goslar. Warum ist dieses Projekt so wichtig für die Region? Die Vorwarnzeit für Hochwasser beträgt aufgrund der topographischen Lage im Harz für Goslar nur 20 Minuten. Das ist viel zu wenig für einen adäquaten Bevölkerungsschutz, daher wird in den silverLabs daran gearbeitet, diese Zeit auf vier Stunden auszudehnen. Dies ermöglicht den Feuerwehren das Befüllen erster Sandsäcke, die Vorwarnung der Bevölkerung und die Einleitung weiterer Maßnahmen. Außerdem soll die künstliche Intelligenz künftig auch den Pegelstand bis auf 5 cm genau vorhersagen, indem sie auf vorhandene Pegel- und Niederschlagsdaten der Harz-Wasserwerke zugreift.

Kostengünstiger und sicherer Parkraum für Fernfahrer

Die KRAVAG Versicherung schafft mit ihrer Lösung "KRAVAG Truck Parking" kostengünstigen und sicheren Parkraum für Fernfahrer. Die zusätzlichen Parkplätze entstehen dabei nicht durch aufwendigen Neubau aus öffentlichen oder privaten Mitteln, sondern durch die Nutzung freier Flächen auf bestehenden Betriebsgeländen von Logistikunternehmen. Die teilnehmenden Logistikunternehmen können über eine digitale Plattform flexibel Parkflächen anmieten oder zur Verfügung stellen. Die digitale Zugangstechnologie ermöglicht nur Befugten den Zutritt auf das Betriebsgelände. Die Parkgebühr kann dabei auf einem niedrigen – den Margen im Straßenverkehr angepassten – Niveau gehalten werden, da die benötigte Infrastruktur bereits vorhanden ist.

Stadt und Region digital vernetzt

Mit neuen Technologien wie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) will die SWO Netz GmbH aus Osnabrück einen Beitrag zur digitalen Wende in Stadt und Region leisten. Für das Veranstaltungsformat "OSNA HACK" im Rahmen der Digitalen Woche hat das Unternehmen rund 50 Teilnehmer gewinnen können, um innovative Ideen, neue loT-Anwendungen und Geschäftsmodelle für die Nutzung des flächendeckenden LoRaWAN-Funknetzes zu entwickeln. Diese Innovationen wurden rund 200 Vertretern aus Politik, Industrie und Verwaltung präsentiert, um mit diesem jährlichen Veranstaltungsformat die Vernetzung der Akteure in Stadt und Region zu fördern und die Umsetzung der neu identifizierten loT-Anwendungen voranzutreiben.

Künstliche Intelligenz für den Umgang mit der Bilderflut

Der Fotodienstleister CEWE aus Oldenburg hat die Transformation vom analogen Bildergeschäft in die digitale Welt beispielhaft gemeistert. Mit dem neu gegründeten "Mobile & Artificial Intelligence Campus (MAIC)" werden auch die technologischen Chancen der Zukunft genutzt. Neben der intelligenten Fotoorganisation entwickeln die Spezialisten im MAIC auch neue Anwendungen für mobile Geräte, insbesondere mit Fokus auf die Themen künstliche Intelligenz und Sprachsteuerung.

Digitale Bildungsmedien: von Apps bis zu Portalen

Die Westermann Gruppe aus Braunschweig entwickelt innovative digitale Bildungsmedien von der Grundschule bis zur Beruflichen Bildung und für das private Lernen. Das Produktportfolio umfasst Unterrichts-, Lern- und Diagnosesysteme. Gamebased Learning, didaktisch innovative Videos, adaptives, interaktives und differenzierendes Lernen – all das setzt Westermann in verschiedenen Formaten von Apps bis hin zu Portalen um. Damit unterstützt die Westermann Gruppe junge Menschen auf dem Weg in die digitale Lebens- und Arbeitswelt und hilft Lehrkräften sowie Ausbildungsverantwortlichen, die dafür notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. Auf der TECHTIDE zeigt die Westermann Gruppe Beispiele für digitales Lernen und Unterrichten.

Weitere Infos über die Digitalen Orte Niedersachsen: https://digitalagentur-niedersachsen.de/digitale-orte .

Aktuelle Informationen rund um die TECHTIDE unter www.techtide.de .

Hinweis für Journalisten:
Sie können sich hier akkreditieren: https://www.techtide.de/de/teilnahme-planung/fuer-journalisten/akkreditierung/ .

Anzahl der Zeichen (mit Leerzeichen): 11 529

Ansprechpartnerin für die Redaktion bei der Deutschen Messe:
Gabriele Dörries
Tel.: +49 511 89-31014
E-Mail: gabriele.doerries@messe.de

Ansprechpartnerin für die Redaktion beim Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung:
Annette Schütz
Tel: +49 511 120-5427
E-Mail: annette.schuetz@mw.niedersachsen.de

spacer_bg
spacer_bg

Kontaktieren Sie uns